Twitter – Trivialer Schwachsinn oder mehr?

Um es vorab zu sagen, ich mag Twitter. Und ich bin auch auf Twitter zu finden:

http://twitter.com/agentur

Twitter ist eine Chance, Leute zu erreichen und Botschaften zu vermitteln. Auch zum Marketing wird Twitter schon mit Erfolg eingesetzt. Es gibt beispielsweise Reisebüros, die aktuelle Last Minute Angebote in Twitter publizieren und mit Erfolg verkaufen. In den letzten Tagen wurde Twitter immer öfter als Nachrichtenlieferant verwendet. Bei der Notlandung des Flugzeuges im Hudson zum Beispiel.

Alle diese Möglichekeiten sind großartig und es prima, das Twitter nichts kostet.

Aber die Kehrseite sind Informationen, die man der Welt mitteilen will, die an Trivialität nicht mehr zu überbieten sind. Beispiele gefällig? Bitte sehr:

macht nen kleinen Spaziergang und hofft, daß es zwischenzeitlich nicht mit regnen anfängt.

eben Post aus Amerika bekommen: nagelneue Wrangler-Jeans.

8 Mio. Euro am Sonnabend im Lottojackpot
Wenn man solche Dinge zu lesen bekommt, dann fragt man sich, ob man den Verfasser nicht aus der Liste derer die man liest streichen sollte. Manchmal mache ich das nicht, weil es auch gute Beiträge vom gleichen Verfasser gibt.

Twitter sollte Quality Channels einrichten, die solche Trivialitäten ausschliessen. Das wäre ein Fortschritt.

Die Leipziger Pfeffermühle in Edenkoben

Edenkoben steuert auf ein ganz besonderes Vergnügen zu:

Die Leipziger Pfeffermühle zu Gast in Edenkoben

Am 25. April um 20.00 Uhr ist die Leipziger Pfeffermühle zu Gast in Edenkoben. Präsentiert vom Kulturverein Edenkoben zeigt das bekannte Kabarettensemble im Kurpfalzsaal das neue Programm:

„30 % Rabattzzz …“

Worum geht es?

Wir leben in einer Rabatt-Gesellschaft. Bei den täglichen Hammerpreis-Angeboten könnte man als Konsument glatt ein schlechtes Gewissen kriegen, gäbe es nicht den finanziellen Ausgleich bei Fahrpreisen, Energie, Treibstoff oder Kultur, um nur einiges zu nennen.

Leipziger Pfeffermühle

Leipziger Pfeffermühle

Doch nicht nur die Händler, auch die Politiker versorgen uns mit Schnäppchen, mit ständig neuen Wühltisch-Aktionen für soziale Sicherung, Gesundheitsfürsorge, Familienförderung, Rente, Mindestlohn usw. Der „Ausgleich“ für diese Wohltaten erfolgt über hohe Steuern, Abgaben, Gebühren oder Nebenkosten, um auch hier nur einige zu nennen.

Manchmal kommt dann bei uns so etwas wie Wut hoch. Analog zu den reduzierten Preisen aber auch nur reduzierte Wut. Gebremste Wut. Schnäppchen-Wut eben. Mathematisch ausgedrückt: 30 % Rabatt entsprechen 30 % Rabatz.

Noch Fragen? Dann kommen Sie zur Pfeffermühle. Hier gibt’s 30 % Rabattzzz auf alles. Und zwar hundertprozentig.

Kartenvorverkauf:

Werkzeugprofi Schwandt, Ludwigsplatz 1, 67480 Edenkoben (06323) 81 88 1

23:00 Uhr – Maybrit Illner – Meine Angst vor der Fernsehverblödung

In der Vergangenheit habe ich die Sendung „Maybrit Illner“ ganz gerne gesehen. Als die Sendung noch Berlin Mitte hieß habe ich angefangen und bis heute häufig geschaut. Heute habe ich das erste Mal wirklich gelitten.

„Die Angst der Deutschen vor dem Abstieg. Wo sind die neuen Mutmacher?“

So hiess das Thema und es waren auch echte Experten eingeladen, sich berufen zu fühlen, mit großartigen Weisheiten zu erläutern, das alles nicht so schlimm sei, wenn man sich nur am Riemen reisst.

Gäste: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg; Rainer Brüderle, Wirtschaftspolitiker (FDP); Oliver Kahn, ehemaliger Nationaltorhüter; Antonella Mei-Pochtler, Unternehmensberaterin; Roger Boyes, britischer Journalist und der ganz frische Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg.

Herr Brüderle saß weitgehend gönnerhaft lächelnd auf seinem Stuhl und hatte offensichtlich großes Vergnügen daran, Herrn zu Guttenberg zu beobachten. Dieser wiederum sah nach jedem zweiten Satz zu der liberalen Wirtschaftsikone um sich zu vergewissern, dass er nichts falsches gesagt hatte. Das war eine nette, zahme Runde in die der Jungminister da gesetzt wurde. So durfte er auch mit wichtiger Miene Allerweltsplatitüden aufsagen und keiner war ihm böse drum.

Aber der Knüller war der Experte Oliver Kahn. Angestachelt durch die Moderatorin erklärte uns der Titan, das Wirtschaft etwa so funktioniert wie der FC Bayern. Und das man einfach weitermachen und an sich glauben müsse, dann käme schon alles in Ordnung.

Flacher, platter und niveauloser habe ich diese Sendung noch nie erlebt. Maybrit Illner wurde nicht müde, immer wieder den Torwart zu befragen, der keine Gelegenheit ausließ zu erklären, wie einfach das doch alles zu regeln ginge. So wie 2001 bei Bayern, wo in den letzten 4 Minuten doch noch die Meisterschaft errungen wurde.

Wenn es noch öfters solche Sendungen gibt, werde ich Maybrit Illner vom Fernsehplan streichen. Das war wirklich unmotivierend und niveaulos.


Bedingungsloses Grundeinkommen – oder die Rückkehr des real verblödenden Marxismus

Es ist schon interessant auf welche Ideen Menschen kommen können. Es gibt Ideen von kreativen Menschen, es gibt Ideen von klugen und weniger klugen Menschen und es gibt Ideen die eigentlich keine sind. Sondern nur alter Wein in neuen Schläuchen.

Das Marxismus, Kommunismus und der real existierende Sozialismus nicht erfolgreich waren, weiß mittlerweile fast jeder der sich jemals mit diesem Thema beschäftigt hat. Umso unglaublicher mutet es an, das der deutsche Bundestag mit einer Petition genervt werden kann, die den Altmarxisten wieder eine Bühne verschaffen soll.

Es wird derzeit versucht, folgende Petition in den Bundestag einzubringen:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen … das bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen.

Begründung

Unser Finanz- und Steuersystem ist sehr unübersichtlich geworden. Auch die Arbeitslosenquote scheint eine feste Größe geworden sein. Um nun allen Bürgern ein würdevolles Leben zu gewährleisten, erscheint mir die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens als guter Lösungsweg. Ca. 1500€ für jeden Erwachsenen und 1000€ für jedes Kind.
Alle bestehenden Transferleistungen, Subventionen und Steuern einstellen und als einzige(!) Steuer eine hohe Konsumsteuer einführen. Eine deutliche Vereinfachung unseres komplizierten Finanzsystems erscheint mir zwingend erforderlich. Auch ginge mit dieser Veränderung ein deutlicher Bürokratieabbau, und damit eine Verwaltungskostenreduzierung, einher.“

Es stellt sich die Frage, ob das eine Provokation sein soll oder ernst gemeint wird. Immerhin ist aktuell noch nicht die notwendige Zahl von 50.000 erreicht, die den Bundestag dazu nötigen kann, sich damit zu befassen.

Das solche Aktionen überhaupt möglich sind, ist der Beweis für eine funktionierende Demokratie. Interessanterweise nutzen viel zu häufig die Gegner dieses Systems dessen Vorzüge um auf Ihre wirren Ideen aufmerksam zu machen.

Dem Schwachsinn keine Chance – keine Stimme für diesen Quatsch.

Unix Timestamp 1234567890

Wow, schon das zweite Doodle in nur wenigen Tagen. Diesmal ist der Anlaß etwas weniger populär als beim 200. Geburtstag von Charles Darwin. (siehe Artikel)

Unix Timestamp springt auf 1234567890 – und zwar genau um 01.30 Uhr am heutigen Samstag. Der Unixtimestamp zählt seit dem dem 1.1.1970 die Sekunden. Das letzte große Timestampereignis war am 18.3.2005 da bot der Timestamp eine Runde Zahl. Er zeigte genau 1111111111 Sekunden.

Wer sich über die Unix Zeit informieren möchte, kann das hier tun. Da kann man auch lernen, das im Jahr 2038, zumindest aus Unixsicht, die Zeit zu Ende geht. (Weltuntergang, Doomsday Clock)

Live kann man die Unixzeit sehen unter: http://www.unixtimestamp.de/

Danke an Google für das schöne Bild zu dem Anlass.

Unixtimestamp

Unixtimestamp

200. Geburtstag von Charles Darwin

Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag, lieber Charles Darwin. Am 12. Februar 1809 erblickte Charles Robert Darwin in Shrewsbury, England, das Licht der Welt.

Später wurde der Naturforscher Charles Darwin berühmt durch seine wichtigen Beiträge zur Eveolutionstherie. Da Charles Darwin bedeutend für die Wissenschaft war, widmet Google dem Naturforscher zum Geburtstag ein Doodle:

200. Geburtstag Charles Darwin

200. Geburtstag Charles Darwin

Für alle Freunde und Interessierten hier ein paar weiterführende Links zu Charles Darwin und der Evolutionstheorie. Viel Spaß.

Wikipedia, Charles Darwin

Wikipedia, Evolutionstheorie

Planet Wissen, Darwin und die Evolution

Die Zeit, Erinnerungen an Darwin

Hoffenheim kauft Ribery

Achtung Satrire – Das wäre doch der Transferhammer.

Dietmar Hopp wird von vielen angefeindet, weil er so furchtbar viel Geld in die Bundesligamannschaft aus Hoffenheim investiert hat.

Ich bewundere die Gelassenheit von Herrn Hopp, mit diesen Anfeindungen umzugehen. Auch die Nerven, die immer gleichen langweiligen und sinnlosen Fragen von Journalisten aller Art zu diesem Thema zu beantworten.

Wenn ich an seiner Stelle wäre, dann wäre der Titel „Hoffenheim kauft Ribery“ Wirklichkeit. Dann würde der FC Bayern ein unwiderstehliches Angebot für den wunderbaren Fußballer Ribery erhalten. Und wenn Sie sich weigern, dann könnte man ja den FC Bayern gleich mit kaufen.

Schade, daß Herr Hopp so ein Gentleman ist. :)

Sie haben noch keinen Coach?

Erzählen Sie mir jetzt bloß nicht, Sie bräuchten keinen Coach. Richtig ist vielmehr, dass Sie nicht die geringste Ahnung haben, was und wofür, manchmal sogar wogegen, es alles Coaches gibt. Damit Sie endlich ein menschenwürdiges Dasein fristen können, habe ich Ihnen hier mal eine Liste der Coaches gemacht, die Sie unbedingt brauchen können.

Die nicht vollständige Coachliste:

Burnout-Präventiv-Coach

Genial. Sie haben noch kein Burnout Syndrom? Wie langweilig. Dann sind Sie sicher ein Arbeitsverweigerer oder waren klug genug, sich einen Burnout-Präventiv-Coach zu nehmen. Tolle Sache: Wenn ich genau weiß dass ich in Kürze Burnout mässig ausgewechselt werde, dann nehme ich mir einen Coach der mich davor beschützt. Oder nicht? Leider waren nirgendwo Erfolgsquoten zu finden.

Lifestyle Coach

Na was haben wir da denn? Die Rettung für Mauerblümchen und Sauerbiergesichter. Hier wird Ihnen mal beigebracht, wie man richtig lebt. So locker, richtig, meine ich. Ist doch genial, wenn man keinen Musikgeschmack hat, kriegt man einen beigebracht. Haben Sie keine Ahnung von Mode? Da werden Sie angezogen. Unfähig abzufeiern? Da ziehen wir doch mal mit dem Coach um die Häuser. Bleibt die Frage: Was ist, wenn der Coach einen miesen Geschmack hat?

Der Energie Coach

Schnauze voll von den Preiserhöhungen bei Strom und Gas? Dann mal schnell den Energie Coach anrufen. Aber Pustekuchen! Der Energie Coach dichtet weder Türen noch Fenster ab, auch besorgt er Ihnen kein billiges Gas aus geheimen Quellen. Er sorgt dafür, dass Sie Energie entdecken. Nein, nicht in Haus sondern bei sich selber. Befreien Sie Ihre Energie und nehmen Sie Ihre Stromnachzahlung locker.

Visions Coach

Sie arbeiten hart. Jeden Tag. Aber haben keine Ahnung was Sie tun. Sie suchen einen Partner und haben keine Ahnung, warum. Sie wissen, dass Sie die genialste Idee aller Zeiten in sich tragen aber das dämliche Ding will einfach nicht raus aus dem Kopf. Die Lösung: Sie engagieren einen Visionscoach. Lernen Sie Visionen zu haben. Oder halten Sie es mit Altkanzler  Helmut Schmidt: „Wer Visionen hat, sollte lieber gleich zum Arzt gehen!“

Coach für Lebensqualität

Na das ist doch mal was. Sie sind nicht zufrieden? Sie fühlen sich nicht wohl? Sie brauchen einen Coach für Lebensqualität. Lassen Sie sich sagen, dass Kopfschmerzen blöd sind und einfach ignoriert werden müssen, dass es immer dem Ganzen dient, wenn Sie etwas unschönes durchmachen, dass es nur eine Frage der Einstellung ist, damit man sich pudelwohl fühlt. Na vielleicht noch ein paar Vitamine und Spezialpülverchen dazu und gut ist es. Und wenn der Coach Ihnen die Rechnung schreibt, gibt es noch eine Gratisstunde gegen den Schreck.

Coach für kreatives Management

Das hat uns gefehlt. Kreative Manager. Denken wir nurmal daran, was die furchtbar konservativen Bankmanager in den letzten Monaten alles vollbracht haben. Da stellt sich die Frage: Waren die jetzt von alleine so kreativ oder haben Sie die Kreativität antrainiert bekommen? In welchen Branchen sind diese Coaches noch tätig?

Coach Wunschliste

Natürlich fehlen noch eine ganze Menge Coaches. Manche deswegen, weil es sie noch gar nicht gibt. Bevor Sie also eifrig wie Sie sind zu einem Coach für Veränderung rennen, habe ich hier noch ein paar Beispiele von Coaches, die ich noch nicht aufspüren konnte:

  • Coach zur Entdeckung von Marktlücken
  • Coach zur Auflösung unangenehmer Verstopfungen im Sanitärbereich
  • Mentalcoach für Wachhunde – mehr Ausgeglichenheit an der Kette
  • Coach für 90 jährige Leistungssportler
  • Coach für fröhliches Reifenwechseln

Lassen Sie sich einfach inspirieren. Coach werden ist so einfach: Man braucht nicht mal einen Beruf oder eine Ausbildung, man braucht nur eine Visitenkarte. Und zack … ist man Coach.

Habe ich einen drolligen Coach vergessen?

Schreiben Sie mir und im Coach-Führer 2.0 wird er eingearbeitet.

Neuer Wirtschaftsminister: Karl-Theodor zu Guttenberg

Wir bekommen einen neuen Wirtschaftsminister. Ganz besonders dabei ist, daß er mit seinen 38 Lenzen der jüngste Minister ist, den es in diesem Ressort gab.

Interessanter ist die Frage, welche Qualifikationen von dem neuen Minister mitgebracht werden. Zu diesem Thema zitiere ich Spiegel Online vom heutigen Tage:

  • Nachfolger zu Guttenberg, aus fränkischem Adelsgeschlecht, hat sich im Parlament seit 2002 einen Namen als Außenpolitiker und Amerika-Experte gemacht.
  • Er ist Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Auswärtigen Ausschuss und leitet zudem den CSU- Fachausschuss Außenpolitik.
  • Der 37 Jahre alte Vorsitzende des CSU-Bezirksverbands Oberfranken ist als Kulmbacher Abgeordneter auch einer, der sich für ländliche Regionen stark macht.
  • Guttenberg hatte sich für Seehofer als Ministerpräsident ausgesprochen.

Dazu ist Guttenberg promovierter Jurist und Geschäftsführer im Familienbetrieb. Für meinen Geschmack gibt es hier wieder mal zu wenig echte Wirtschaftskompetenz.

Die Besetzung hat eher wieder den Charakter: Linientreue, Parteibuch, 37 jähriger Perspektivpolitiker, Aufbauposition.

Warum werden so wichtige Positionen nicht mit Personen besetzt, welche zweifelsfrei über Kompetenzen verfügen, um das Ressort zum Wohle der Bürger zu führen?

Wir werden sehen, ob es ein sichtbarer oder unsichtbarer Minister wird.

Wirtschaftsminister Glos tritt zurück

Stell Dir vor, Du bist Wirtschaftsminister und keiner merkt es.

Das muß wohl der Wahlspruch des scheidenden Wirtschaftsministers gewesen sein. Zumindest jetzt, bei seinem Rücktritt, wird er von der breiten Öffentlichkeit wahr genommen. Das ist deutlich mehr Aufmerksamkeit als bei seiner gesamten Dienstzeit.

Ob nun das zerrütete Verhältnis zu CSU General Seehofer oder die Amtsbürde an sich verantwortlich waren, mit Michael Glos scheidet ein Minister aus dem Amt, der viele Gelegenheiten gehabt hätte, sich positiv zu profilieren.

Alleine durch die sogenannte Finanzkrise hätte ein Wirtschaftsminister viele Chancen gehabt zu wirken. In Absprache mit dem Finanzministerium wäre wirkliche Wirtschaftsförderung möglich gewesen. Diese und andere Gelegenheiten wurden souverän verpasst.

Jetzt geht er und wird endlich bemerkt.